Lang hat es gedauert, bis es uns nun das erste Mal auf die Insel im Mittelmeer verschlagen hat. Wir waren diejenigen, die immer erstaunt angeschaut wurden, wenn wir uns outeten, noch die auf Mallorca gewesen zu sein.

Der Ruf den Mallorca als Partyinsel hat, hatte uns bisher davon abgehalten, hin zu reisen. Dass Mallorca diesem Ruf glücklicherweise überhaupt nicht gerecht wird, hat uns positiv überrascht.

Wir waren eine Woche auf Mallorca und haben mit unserem Mietwagen die Insel erkundet. Die Vielseitigkeit hat uns immer wieder ins Staunen versetzt und wir freuen uns total, dass wir mit unseren Vorurteilen aufgeräumt haben.

In diesem Blogbeitrag teilen wir unsere Highlights auf Mallorca mit dir und wer weiß, vielleicht ist etwas dabei, von dem du noch nicht gehört hast?

Wir selbst haben diese Reise relativ spontan gebucht – wenig überraschend für uns. Die Spontanität war weder bei der Flugbuchung, der Unterkunft noch beim Mietauto ein Problem.

Reisezeit

Wir waren Ende März/Anfang April auf Mallorca und fanden diese Zeit optimal – natürlich fehlt uns bisher der Vergleich zu anderen Zeiten. Es war angenehm warm, Strände noch relativ leer, da das Wasser kühl war und man spürte deutlich, dass Mallorca erst langsam aus dem Winterschlaf erwacht. Das hat uns gefallen und schnell wurde uns bewusst, dass wir nicht zur Hochsaison oder während der Schulferien hier sein wollen würden.

Wenn man also die Wahl hat, unabhängig von den Ferien ist und es kein Problem ist, wenn ein paar Restaurants geschlossen sind, empfehlen wir definitiv eine Reise in der Nebensaison.

Unterkunft

Ich würde wetten, auf Mallorca gibt es für jedes Budget und alle Geschmäcker die passende Unterkunft! Eine mallorquinische Finca im Landesinneren, ein Appartment in einer der Städte oder ein Hotel direkt am Strand – auf den üblichen Buchungsseiten wirst du fündig.

Wir selbst haben im Tayalot Spa Hotel in Cala Millor geschlafen. Das Hotel war neu, direkt am Meer und wahrscheinlich die fancyieste Unterkunft, die wir bisher so hatten. Unser eigentlich gebuchtes Hotel (Senator Cala Millor) hatte aufgrund geringer Buchungen noch nicht geöffnet und so wurden wir umgebucht. Ein richtiges Upgrade und wir haben es total genossen!

Cala Millor an sich ist sehr touristisch, was keine Überraschung ist. Wir haben es jedoch genossen, so ein tolles kulinarisches Angebot direkt vor der Haustür zu haben und morgens die Strandpromenade entlang joggen zu können. Auch der Strand von Cala Millor kann sich definitiv sehen lassen!

Julia am Strand von Cala Millor auf Mallorca
Ausblick zum Sonnenaufgang Cala Millor

Transport

Wir entschieden uns, ohne groß zu zögern für ein Mietauto. Unser Auto buchten wir über billiger-mietwagen.de und zahlten für 7 Tage inklusive Vollschutz  € 220,00.

Mallorcas Straßennetz ist super und ausnahmslos in einem guten Zustand. Wir empfanden das Fahren auf der Insel als sehr entspannt! Was uns hin und wieder Nerven gekostet hat, war die Parksituation – vor allem in kleineren Dörfern. Wir haben teilweise wirklich lang nach Parkplätzen suchen müssen. Meistens hat sich die Geduld aber ausgezahlt und das Parken war dann sehr günstig oder sogar kostenfrei.

Mallorca war größer, als wir es zuvor erwartet hatten und um vom Osten der Insel in den Westen zu fahren, ist man gut und gern schon mal eine Stunde unterwegs. Plane also genügend Zeit ein – optimalerweise soll der Urlaub ja nicht in Stress ausarten 😉

Alle größeren Orte werden auch von Bussen angefahren. Falls ein Mietauto für dich also keine Option ist, könnte der Bus Abhilfe schaffen. Natürlich ist man dann etwas unflexibler und kommt eventuell nicht an die entlegenen Orte, aber es ist eine Alternative zum Auto. Vor allem dann, wenn du viel Zeit im Gepäck hast. 

Küstenstraße im Nordosten Mallorcas

Unsere Highlights im Nordosten von Mallorca

Cala Gat

Cala Gat war unsere erste Bucht, die wir auf Mallorca gesehen haben und vielleicht ist sie deswegen ein Highlight für uns? Auf Mallorca reihen sich die schönen Buchten ja geradezu aneinander und es ist schwer, die Schönste unter ihnen auszumachen. Am besten machst du dir selbst ein Bild davon 🙂

Was wir an Cala Gat toll fanden, war die Promenade, die man entlang gehen konnte und so einen wunderbaren Block auf die Bucht hatte. Das Wasser schimmerte in den schönsten Blautönen und der Strand war verlockend leer.

Julia blickt auf die Bucht Cala Gat auf Mallorca

Cala Agulla

Sehnst du dich nach einem breiten langen Sandstrand? Dann könnte Cala Agulla etwas für dich sein! Ein kurzer Spaziergang durch einen Pinienwald führt zu dem etwa 500m langen Sandstrand, der am Rand eines Naturschutzgebietes liegt. Auch hier ist das Wasser klar und lädt zum baden ein. Da dies ein sehr beliebter und bekannter Strand in der Nähe von Cala Ratjada ist, wird es in der Hochsaison sicherlich voll. Als wir hier waren, lagen zur vereinzelt ein paar Sonnenanbeter am Strand.

Far de Capdepera

Auch in der Nähe von Cala Ratjada findest du einen von fünf noch betriebenen Leuchttürmen. Uns hat es hier jedoch weniger wegen des Leuchtturms hin verschlagen, sondern vielmehr wegen der Aussicht. Der Blick auf das endlose Meer und die Küste sind einfach immer wieder beeindruckend – ganz egal wo auf dieser Welt. Hier geht es relativ ruhig zu und so kann man wunderbar da sitzen und einfach den Moment genießen, während eine leichte Brise weht. Wir stellen es uns hier auch wunderschön zur Golden Hour vor!

Cap de Formentor

Das unangefochtene Highlight auf Mallorca ist für uns der Besuch des Cap de Formentor. Der nördlichste Punkt Mallorcas wird von einem Leuchtturm geziert, der ausschaut wie aus dem Bilderbuch. Die Straße zum Cap ist kurvenreich und es ist von Vorteil, schwindelfrei zu sein! Die Aussicht entschädigt aber für absolut alles und der Ausflug in den Norden, ist ein Roadtrip der Extraklasse.

Selbst mit dem Auto zum Cap zu fahren, ist nur außerhalb der Hauptsaison möglich. Von Anfang Juni bis Ende September ist die Straße tagsüber für Autos gesperrt. Der Besuch des Caps ist dann nur mittels Bus möglich.

Block auf das Cap de Formentor auf Mallorca

Cala Figuera

Diese Bucht unweit vom Cap de Formentor ist nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Bucht im Süden Mallorcas. Vom Parkplatz aus ist die Bucht nur einen 15 minütigen Spaziergang entfernt. Die Felsen gepaart mit dem türkis klaren Wasser geben ein fantastisches Bild ab und es würde mich wundern, wenn man hier nicht den Drang verspürt, dringend ins kühle Nass springen zu wollen.

Drohnenaufnahme der Cala Figuera auf Mallorca

Mirador de El Colomer

Mit Sicherheit einer der schönsten Aussichtspunkte (im Nordwesten) Mallorcas mit atemberaubender Sicht auf die Klippen und das Meer. Der Weg führt zu einer Aussichtsplattform, die ca. 200 Meter über dem Meer liegt. Von hier aus hast du eine wunderbare Aussicht auf das Meer und auf der anderen Seite auf das Gebirge, das überraschend grün ist. Wir waren zum Sonnenuntergang hier, es war relativ ruhig, denn die meisten Reisenden traten schon die Rückreise an. So konnten wir diesen wundervollen Platz mit Blick aufs Meer in vollen Zügen genießen, während die letzten Sonnenstrahlen uns wärmten.

Wir können uns vorstellen, dass es hier untertags sehr voll ist und empfehlen deswegen entweder früh morgens oder am Abend zu kommen. Das ist nicht nur entspannter, sondern erleichtert auch die Suche nach einem Parkplatz.

Cala Sa Nau

An der Südostküste findet sich dieses Juwel. Unweit vom Parkplatz und nur einen kurzen Spaziergang entfernt, lockt kristallklares Wasser und feiner Sand. Hier werden Badeträume wahr! Für uns war das die schönste Bucht, die wir gesehen haben.

Drohnenaufnahme der Cala Sa Nau auf Mallorca

Cityhopping auf Mallorca

Neben Palma hat Mallorca noch einige wirklich sehenswerte Städte zu bieten. Wir empfanden jede Stadt super charmant und haben die Abwechslung, die sie zur wunderschönen Natur darstellen, sehr genossen. Hier kommen deswegen unsere liebsten Städte.

Palma

Klar, Palma darf hier nicht fehlen. Palma de Mallorca ist die Inselhauptstadt und vor allem wegen der Kathedrale – La Seau – bekannt, die sich am Ufer der Bucht von Palma befindet. Wir selbst haben das Auto etwas außerhalb geparkt und sind in den historischen Stadtkern gelaufen. Hier haben wir uns dann ohne Plan durch die Gassen treiben lassen. Der Charme der Altstadt hüllt einen gerade zu ein und man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. Die Gassen sehen malerisch aus und hinter fast jeder Abzweigung findet man einen kleinen Platz, der von Cafés und Bars gesäumt ist. So lässt es sich aushalten! Wir fühlten uns in Palma wahnsinnig wohl – eine sehr lebendige Stadt, die zum Bummeln, Entdecken und Genießen einlädt. Apropos genießen: Bei Es Badulake gibt es unwiderstehlich gute Baguettes!

Gasse in der Altstadt von Palma de Mallorca
Straße in der Altstadt von Palma de Mallorca
Balkon in Palma

Artà

Lust auf eine authentische kleine Stadt im Inselinneren? Dann ab nach Artà. Die kleine Stadt ist sehr überschaubar und relativ schnell erkundet. Umso schöner ist es, sich erst durch die Gassen treiben zu lassen und später im Café Parisien einzukehren. Der Hinterhof des Cafés ist eine grüne Oase, in der sich die veganen Gebäcke noch besser genießen lassen!

Für einen fantastischen Ausblick auf Artà empfehlen wir dir den kurzen Weg zur Santuari de Sant Salvador, wo sich der Mirador d’Artà befindet. Die Aussicht auf Artà und die Umgebung ist wunderschön.

Jeden Dienstag ab 9 Uhr findet in Artà der Wochenmarkt statt, der als einer der schönsten Mallorcas gehandelt wird.

Julia erkundet die Altstadt Artàs im Landesinneren Mallorcas
Blick auf Artà im Landesinneren Mallorcas

Montuiri

Unweit von Palma liegt diese kleine unscheinbare Stadt auf einem Hügel. Fährt man in die Stadt hinein, stellt man fest, dass die Straßen mindestens genauso hüglig sind, wie der Anschein vermuten lässt. Hier geht es ruhig zu und während der Siesta macht der Ort einen geradezu ausgestorbenen Eindruck. Wir sind hier ohne Plan etwas rum geschlendert, haben diesen authentischen Ort und das idyllische Umland genossen und festgestellt, wie viel schönes es nochmal abseits der Touristenströme ist! Definitiv einen Stopp wert, wenn du nach einem authentischen Dorf ohne viel schnick schnack suchst.

Montuiri im Landesinneren

Valldemossa

Nur ca. 20 Minuten von Palma entfernt, liegt das Bergdorf Valldemossa. Das Dorf ist relativ überschaubar und so bietet es sich an, einfach drauflos zu laufen und das Flair einzusaugen. Orangenbäume säumen die Straßen und in den Cafés geht es lebhaft zu. Im Café Barbaflorida hast du einen wunderbaren Blick auf das Treiben während du leckersten Kaffee trinken kannst. Vom Aussichtspunkt “Mirador Valldemossa” hast du einen schönen Blick auf das Dorf und das Umland. Valldemossa ist unglaublich fotogen und es war verlockend, überall stehen zu bleiben und auf den Auslöser der Kamera zu drücken!

Julia läuft durch die Gassen von Valldemossa
Blick auf Valldemossa auf Mallorca

Deià

Fährst du von Valldemossa in Richtung Sóller, führt der Weg durch das kleine Dorf Deià. Die schmale kurvige Straße führt durch wunderschöne grün bergige Landschaft und immer wieder kann man einen Blick auf das Meer erhaschen. Der Ort Deià lässt sich bereits aus der Ferne erahnen und wird immer schöner, je näher man kommt. Leider ist die Schönheit des Dorfes kein Geheimnis mehr und so ist es eine enorme Herausforderung überhaupt einen Parkplatz zu finden. Wir hatten leider auch nach ewigen Suchen kein Glück und setzten unsere Fahrt weiter, ohne durch Deià schlendern zu können. Bei unserem nächsten Besuch würden wir einen neuen Versuch wagen und dann die frühen Morgenstunden nutzen.

Blick auf Deià, Mallorca

Sóller und Port de Sóller

Sóller wird als eine der schönsten Städte Mallorcas gehandelt und das völlig zurecht! Orangenbäume zieren das Bild der wunderschönen Altstadt. Auf dem Plaça de la Constitució kannst du ein Getränk schlürfen, während du auf die Kirche von Sant Bartomeu schaust. Im regelmäßigen Takt fährt dann auch die historische Straßenbahn vorbei – was für ein tolles Bild!

Straßenbahn in der Altstadt von Sóller

Die Straßenbahn verbindet Sóller und den Hafen von Sóller, der etwa 3km entfernt liegt. Wir selbst sind mit dem Auto anstatt mit der Bahn nach Port de Sóller gefahren. Hier sind wir an der Promenade entlang gelaufen, haben das Treiben in der Bucht beobachtet und haben gestaunt, als sich auch hier die Straßenbahn hindurchschlängelte. Im Noname Restaurant haben wir unser leckerstes Abendessen gegessen und die letzten Sonnenstrahlen aufgesaugt, bevor wir unsere Rückfahrt antraten.

Uns hat Port de Sóller besser gefallen als Sóller selbst. Sóller war uns etwas zu voll, während es am Hafen deutlich entspannter zuging.

Strand in der Bucht von Port de Sóller auf Mallorca
Straßenbahn in Port de Sóller auf Mallorca

Fazit

Wenn wir eins für uns mitnehmen, dann dass Mallorca sehr viel mehr als Ballermann und Party ist! Mallorca bietet wunderschöne Natur, atemberaubende Ausblicke, charmante Städte und schönste Badebuchten. Wir sind uns sicher, hier ist für Alle etwas dabei 🙂

Diese Vielfalt hat uns positiv überrascht, auch weil wir das so vorab nicht erwartet haben. Wieder und wieder haben wir gestaunt und es genossen, uns nicht zwischen Bergen und Strand entscheiden zu müssen. Hier ist beides möglich, ohne dafür endlos im Auto sitzen zu müssen.

Wir wünschen dir eine schöne, erlebnisreiche Zeit auf Mallorca und hoffen, dieser Blogbeitrag trägt dazu bei.

Wir bei Cala Gat auf Mallorca