Von Julia & Matthias

Hoi An – die schönste Stadt in Vietnam?

Hoi An wird gehyped – egal ob im Reiseführer oder auf Reiseblogs. Grund dafür ist die Altstadt. Doch was macht die (Alt)-Stadt so besonders?

Hoi An ist eine, für vietnamesische Verhältnisse, kleine Küstenstadt in Zentralvietnam. Die Altstadt gilt als einzige Altstadt in Vietnam, die vom Vietnamkrieg unversehrt blieb. Die gut erhaltene Altstadt ist somit wirklich einmalig in Vietnam und ist auch deshalb seit 1999 UNESO Weltkulturerbe.

Nun wird auch deutlich, warum Hoi An ein so beliebtes Reiseziel ist. Die Altstadt hier ist einfach etwas sehr besonderes! Auch wir hatten uns sehr auf den Besuch gefreut, da uns Freunde bereits ausgiebig vorgeschwärmt hatten, wie schön es in Hoi An ist.

Ob Hoi An uns auch so gut gefallen hat und was du in Hoi An erlebt kannst, erfährst du jetzt hier.

Tipps zu einer Reise durch Vietnam und einen Routenvorschlag für deine Vietnamreise haben wir in separate Beiträge gepackt.

Anfahrt

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Da Nang sind wir mit dem Bus nach Hoi An gefahren. Die Fahrt dauert nur knapp eine Stunde und hat uns inklusive Gepäck 50.000 Dong gekostet.

Die Bushaltestellen für den Bus, der von Da Nang nach Hoi An fährt, sind in Google Maps gut ersichtlich. Der Bus fährt alle 20 Minuten und das auch relativ pünktlich.

Wenn du nicht mit dem öffentlichen Bus fahren möchtest, gibt es auch Taxis und Touristenshuttle.

Nach Da Nang kommt man hervorragend mit dem Zug oder Bus  von anderen vietnamesischen Städten aus hin. Da Nang besitzt zudem einen internationalen Flughafen.

In Hoi An angekommen, stellte sich ein bisschen Ernüchterung ein und der erste Blick haute uns nicht vom Hocker. Es war unglaublich laut und der Verkehr, wie immer, unübersichtlich. Erster Anlaufpunkt war deshalb unsere Unterkunft.

Unterkunft

In Hoi An hatten wir – mit Abstand – die schönste Unterkunft während unserer Vietnamreise. Wir haben uns bewusst für eine Unterkunft entschieden, die etwas außerhalb des Stadtzentrums lag. Diese Entscheidung hat sich als goldrichtig erwiesen, denn die Unterkunft befand sich inmitten von Reisfeldern und es war herrlich ruhig, weit weg von Verkehrslärm.

Die Unterkunft hieß Lama Homestay und wir hatten ein sehr geräumiges Zimmer mit zwei Balkonen, von denen man einen herrlichen Blick auf die Reisfelder hatte. Außerdem gab es hier einen Pool und sehr herzliche Gastgeber. Wir haben uns wirklich rundum wohl gefühlt und können diese Unterkunft von Herzen weiterempfehlen!

Julia im Pool unserer Unterkunft in Hoi An Wir auf dem Balkon mit Blick in die Reisfelder

Auch die Distanz zur Stadt war kein Problem, denn wir konnten uns kostenlos Fahrräder ausleihen. Davon haben wir munter gebrauch gemacht und sind mehrmals täglich in die Stadt, zum Strand oder nur inmitten der Reisfelder geradelt.

Wir haben hier pro Nacht 13 € gezahlt – ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis! Manchmal können wir unser Glück kaum fassen, wenn wir so einen Unterkunfts-Juwel finden 😉

Altstadt

Die Altstadt von Hoi An ist das Highlight, ohne Frage. Die Fassaden sind bunt gestrichen und die Häuser versprühen ein romantisches Kolonialflair. Doch so richtig charmant soll es erst Abends werden, wenn es langsam dunkel wird und überall die bunten Lampions zu leuchten anfangen. Zu dieser Zeit zieht es alle Besucher in die Altstadt und die Gassen quellen förmlich über. Dicht gedrängt schiebt man sich durch die Gassen und sucht den Charme, von dem doch überall so geschwärmt wird.

Historische Altstadt in Hoi An am Abend

Auch wir haben den einen oder anderen Abend in der Altstadt verbracht, wirklich genießen konnten wir es aber nicht. Gemütliches schlendern und sich treiben lassen war kaum möglich, da es zuging wie auf einem Festival. Menschen über Menschen und so wirklich den Überblick hatte nur Matthias dank seiner Körpergröße. Ich sah eigentlich nur Schultern und Füße.

Wenn man diesem Trubel entkommen will, lohnt sich ein Abstecher in das Reaching Out Teahouse, denn hier herrsch eine sehr ruhige, sehr besondere Atmosphäre und man kann dem Straßenlärm entkommen. In dem Teehaus arbeiten gehörlose Menschen und die Kommunikation und Bestellung erfolgt mittels Mimik, Gestik und kleinen Bausteinen, die als Kommunikationsunterstützung dienen. Tee & Kaffee hier haben ausgezeichnet geschmeckt und haben das Erlebnis abgerundet.

Was wir allerdings in Hoi An für uns entdeckt haben, waren die frühen Morgenstunden. Wir waren gegen 7 Uhr in der Stadt unterwegs, die Läden waren noch geschlossen und nur sehr vereinzelt begegneten uns andere Frühaufsteher. Wir saßen im Café, tranken einen Kaffee, blickten auf die Straße und beobachteten wie ganz langsam aber sicher die Stadt erwacht. Als es gegen 11 Uhr zu heiß wurde, fuhren wir mit den Rädern zurück zur Unterkunft, wo wir erstmal in den Pool sprangen.

Julia in der Altstadt von Hoi An

Doch was genau gibt es in der Altstadt zu sehen? Eine Menge! Mal abgesehen von den wunderschönen Gassen gibt es chinesische Versammlungshallen, Tempel, traditionelle Häuser (teils mit Apotheke) und die japanische Brücke. Wenn man die Häuser und Hallen besuchen bzw. die japanische Brücke überqueren möchte, benötigt man ein Ticket. Das Pauschalticket für 120.000 Dong ermöglicht den Zugang zu fünf Sehenswürdigkeiten.

Tempel in der Altstadt von Hoi An

Auf dem Fluss sind allerhand Boote unterwegs und die Bootsfahrten sind äußert beliebt. Allerdings hat sich genau aus diesem Grund auch ein Boot an das nächste gereiht. Wir haben uns gegen solch eine Tour entschieden.

Fluss in Hoi An

Auf der anderen Seite des Flusses befindet sich der Nachtmarkt. Hier wird neben den typischen Lampions jede Menge Kitsch verkauft. Zudem gibt es einige Streetfoodstände.

Schneiderei-Paradies

Hoi An gilt als das Paradies, um sich etwas schneidern zu lassen. Schnell wird ersichtlich, warum das so ist. Es gibt einfach unzählige Schneiderein und man verliert schnell den Überblick. Außerdem soll es sehr günstig sein.

Wir selbst haben uns nichts schneidern lassen, da unsere Rucksäcke ohnehin sehr voll sind. Bekannte haben sich jedoch ihr ganz persönliches Kleidungsstück schneidern lassen und sind äußerst zufrieden.

Bevor du dich für einen Schneider entscheidest, empfehlen wir dir die Bewertungen bei Tripadvisor zu checken. So ist die Chance einer bösen Überraschung geringer.

An Bang Strand

Ganz in der Nähe des Zentrums, nur etwa 20 Minuten mit dem Fahrrad entfernt, liegt der Strand. Wir haben den Strand völlig anders erwartet, als wie wir in letztendlich vorfanden.

Es reihte sich Liege an Liege und von Ruhe keine Spur. Auch der Strand an sich haute uns nicht um und es zog uns überhaupt nicht ins Wasser – und das obwohl es sehr heiß war!

Strand von Hoi An

Wir entschieden uns im “The Fisherman Vegan Restaurant” etwas zu essen. Das Restaurant ist direkt am Strand und hat auch Strandliegen und “Strandbetten”. Hier war es so gemütlich und die Musik gut, dass wir uns einen Smoothie gönnten und noch eine Weile liegen blieben, bevor wir uns wieder aufs Rad schwungen.

Mit dem Fahrrad durch die Reisfelder

Ein Highlight, was vielleicht auf den ersten Blick unspektakulär erscheint, war es mit den Fahrräder durch die umliegenden Reisfelder zu fahren.

Nie hätten wir gedacht, dass es unweit des Zentrums so ländlich zugeht und uns dieser Charme hier viel mehr fasziniert als die Stadt an sich. Gleichzeitig ist uns klar, dass sich diese Idylle nur für uns so darstellt, denn die Reisernte für die Reisbauern ist unglaublich hart.

Matthias mit dem Rad in den Reisfeldern bei Hoi An

Vegan in Hoi An

Hoi An ist ein wahres Essensparadies. Es gibt unzählige Restaurants, davon auch einige vegane.

Unser absolutes Food-Highlight war jedoch ein ganz unscheinbarer Straßenstand. Das klassische Banh Mi (vietnamesisches belegtes Baguette) hier war das Beste, was wir in Vietnam gegessen haben. Das Baguette selbst war schon super lecker und wurde dann noch mit Minze, Tofu und allerhand frischem Gemüse belegt und mit leckeren Soßen verfeinert. Ein Gaumenschmaus für gerade mal 12 000 Dong (0,50€). Um hier nich etwas zu bekommen, muss man jedoch früh aufstehen. Banh Mi gibt es täglich von 6.30 Uhr bis 9.30 Uhr. Es kann allerdings passieren, dass schon früher geschlossen wird, da alles ausverkauft ist.

Veganes Banh Mi in Hoi An

Sehr lecker haben wir auch bei Karma Waters gegessen. Hier werden zudem auch Kochkurse angeboten.

Bei Vegan Zone gibt es sowohl vietnamesische als auch internationale Gerichte. Die Atmosphäre hier war super gemütlich und die Angestellten überaus freundlich.

Durch seine Lage am Strand besticht das “The Fisherman Vegan Restaurant“.

Nicht im Zentrum aber super mit einer Fahrt durch die Reisfelder lässt sich der Besuch des Nourish Cafés verbinden. Hier gibts leckere Bowls, Falafel, Hummus und veganen Cheesecake.

Preis-Leistungssieger in Hoi An ist neben dem Banh Mi Stand auch das Quan Chay Dam. In einer Gasse gibt es hier authentische vietnamesische Küche ohne viel Schnickschnack. Besonders lecker fanden wir Banh Bao, was uns ein bisschen an herzhafte Hefeklöße erinnert hat.


Würden wir wieder kommen?

Vermutlich ja, denn allein das Banh Mi wäre Grund genug. Hoi An hat uns gut gefallen, jedoch werden wir nicht so ins schwärmen geraten wie viele Andere. Die Altstadt hat Charme und ist wirklich etwas sehr besonderes in Vietnam. Allein deswegen ist Hoi An einen Besuch wert. Von den Touristenmassen darf man sich einfach nicht abschrecken lassen und muss sich seine eigenen Lieblingsplätze suchen & schaffen. Wenn das dann gelingt, ist der Aufenthalt in Hoi An definitiv ein sehr schöner!

Julia in der Altstadt von Hoi An

Schön, dass du hier bist! Wir sind Julia & Matthias, wir lieben das Leben und erfüllen uns unseren Traum von Freiheit. Unsere Rucksäcke, eine Kamera und ein Herz voller Abenteuerlust und Neugierde sind stetige Begleiter auf der Reise ins Glück. Kommst du mit?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.