Von Julia und Matthias

Der Guide für deine Reise durch Japan

Japan, ein Land so vielseitig und eine Kultur so anders, wie wir es bisher selten erlebt haben. Japan lässt sich kaum mit Worten beschreiben und auch wenn wir immer wieder rätseln, mit was sich Japan am besten vergleichen lässt, hinkt der Vergleich am Ende doch.

Es ist also wohl am besten, du schaust dir dieses beeindruckende Land einmal selbst an und lässt dich in eine ganz neue Kultur entführen. Dieser Guide soll dir dabei helfen und deine Reise zu einer ganz besonders Schönen werden zu lassen.

Wir haben in einem separaten Beitrag auch unsere Reiseroute inklusive Highlights für dich zusammen gefasst.

Alles planen oder spontan bleiben?

Japan – ein Land, was uns wie kein Anderes bereits vor Abflug so eingenommen hat. Das lag vor allem auch an den nur zwei Wochen, die wir Zeit hatten und diese knapp bemessene Zeit wollten wir natürlich möglichst gut nutzen. Bereits als die Entscheidung endgültig fiel, dass wir Japan bereisen werden, forderte das unsere gesamte Aufmerksamkeit.

Obwohl für uns schnell fest stand, dass wir auf den klassischen Reisepfaden bleiben werden, überforderte uns die Planung etwas. Denn Japan hat alles zu bieten – wahnsinnige Natur, unzählige Tempel und Schreine und eine besondere Kultur.

Es ist normalerweise nicht unsere Art, alles zu planen und bereits vorab zu buchen. Für unsere Japanreise entschieden wir uns aber genau dazu. Da Japan auch ein vergleichsweise teures Reiseziel ist, kann man mit ausreichend im Voraus gebuchten Unterkünften eine Menge Geld sparen. Zudem lohnt es sich die Feiertage im Auge zu behalten, denn dann wird es besonders teuer und vieles ist bereits ein Jahr im Voraus ausgebucht.

Wir empfehlen dir Unterkünfte für Japan tatsächlich vorab zu buchen, so kannst du deinen Aufenthalt in vollen Zügen genießen und musst dir nicht noch vor Ort Gedanken über deinen nächsten Schlafplatz machen.

Julia in einer Straße in Tokio, Japan

Anreise und Visum

Mit einem deutschen Pass benötigst du kein Visum bei der Einreise nach Japan. Du darfst visumfrei 90 Tage bleiben und bekommst einen entsprechenden Sticker in deinen Reisepass geklebt. Diesen Aufenthalt kannst du unseres Wissens nach sogar noch einmal verlängern.

Auf unserem Flug wurden Einreiseformulare und ein Formular für den Zoll ausgegeben, die wir dann am Flughafen abgeben mussten. Allgemein war die Einreise eine der stressfreiesten, best organisiertesten  und schnellsten, die wir je erlebt haben.

Vom Flughafen Narita bist du in ca. 50 Minuten mit dem Narita Express an der Tokyo Station. Von hier aus kommst du eigentlich (fast) überall hin mit dem überaus gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetz.

Transport

Das Nummer eins Transportmittel in Japan für Touristen ist wohl unbestritten der Zug.  Auch wir haben ausschließlich den Zug genutzt und können dir versichern, dass eine Fahrt mit dem Shinkansen (Bullet-Train) ein Highlight ist und nicht vergleichbar mit einer Fahrt im ICE.

Julia im Shinkansen in Japan

Zug fahren ist aber auch relativ teuer und es kann schon mal vorkommen, dass man pro Strecke 100 € bezahlt. Eine tolle Alternative, um Geld zu sparen, ist der Japan Rail Pass. Dieser Pass ist ausschließlich für Touristen und ermöglicht dir die unbegrenzte Nutzung der Shinkansen und einiger lokaler Linien in einem bestimmten Zeitraum.

Der Pass selbst gilt nur für die staatlichen Japan Railway Züge, daneben gibt es auch einige private Linien, die man nicht nutzen kann. Diese Einschränkung fällt aber wirklich kaum ins Gewicht. Was anfangs etwas kompliziert klingt, ist vor Ort gar kein Problem. Das ‘Schlimmste’ was passieren kann, ist dass du eventuell mal ein paar wenige Minuten länger auf den nächsten Zug warten musst. Die Züge sind allerdings stets pünktlich und fahren extrem regelmäßig. Bonus ist auch, dass man einige Linien innerhalb Osakas, Kyotos und Tokios mit dem Pass nutzen kann.

Der Clou, um den JR Pass günstiger zu bekommen: Man muss ihn vorab online bestellen und bekommt ihn so 10 % günstiger, als würde man ihn in Japan kaufen. Dafür braucht man jedoch genügend Zeit vorab, denn das Schreiben, das man gegen den Pass in Japan eintauscht, kommt ganz altmodisch per Post. Das fanden wir dann doch etwas merkwürdig für so ein hochmodernes Land.

Falls du wie wir zuvor in anderen Ländern unterwegs bist, gibt es die Möglichkeit den Pass bei offiziellen Verkaufsstellen außerhalb Japans zu erwerben. Du erhältst ihn hier auch 10 % günstiger.

Bitte beachte, dass du den offiziellen Pass erst vor Ort erhältst. Wir haben das Schreiben direkt am Narita Airport eingetauscht und konnten so den Pass direkt für die Fahrt in die Stadt nutzen. Was uns immer ein bisschen Bauchschmerzen bereitet hat: Verlierst du den Pass, gibt es keinerlei Ersatz. Wir haben dieses kleine Stück Papier also sehr gut gehütet.

Lohnt sich der JR Pass?

Es hängt natürlich von deiner Route ab, aber wir würden mal behaupten, dass sich der Pass lohnt, wenn du in relativ kurzer Zeit sehr viel sehen möchtest.

Um ganz sicher zu sein, ob er sich lohnt, kannst du vorab deine Kosten für die Strecken zusammenrechnen und dann mit den Kosten des Passes vergleichen. Das geht zum Beispiel auf der Website von hyperdia. Wir hätten ohne den Pass in etwas ähnlich viel für unsere Strecken gezahlt, haben uns aber aufgrund des Komforts für den Pass entschieden.

Die Nutzung ist nämlich denkbar einfach: Einsteigen und losfahren. Das hat uns letztendlich überzeugt.

Es wird empfohlen vorab einen Sitzplatz zu reservieren, was kostenlos und entweder direkt am Schalter oder am Ticketautomaten möglich ist. Da wir jedoch immer etwas zu spät am Bahnhof waren, haben wir uns Plätze in den Wägen gesucht, in denen keine Reservierung nötig ist. Die Wagen waren immer relativ leer und wir hatten keine Probleme einen Sitzplatz zu finden.

Zusätzlich zum JR Pass haben wir uns direkt am Flughafen eine Suica Card gekauft. Mit der aufladbaren Karte kann man unkompliziert U-Bahn und Busse innerhalb der Städte nutzen. Einfach an der elektronischen Schranke tappen und der Fahrpreis, welcher je nach Strecke ganz unterschiedlich ist, wird abgebucht. Die Karte kann man sowohl an Stationen, als auch bei zum Beispiel 7/11 aufladen.

Neben den Zügen gibt es auch Busse, was günstiger ist, aber auch länger dauert. Wir selbst haben keine Busse genutzt und können daher nichts dazu sagen.

Die wahrscheinlich komfortabelste Variante ist ein Taxi, was vor allem innerhalb der Städte verlockend wirkt. Taxifahren ist allerdings auch sehr teuer, weswegen wir darauf verzichtet haben.

Unterkünfte

Wir haben unsere Unterkünfte bei booking.com oder Agoda gebucht. Wir hatten uns vorab eigentlich darauf eingestellt, hauptsächlich in Hostels zu schlafen. Bei der Recherche haben wir allerdings bemerkt, dass es teurer ist zwei Betten im Mehrbettzimmer zu buchen, als ein Privatzimmer im Hotel.

Auch die angesagten und für Japan typischen Capsule Hotels sind keine allzu preiswerte Option, wenn man als Pärchen reist. Oft wird hier strikt nach Geschlecht getrennt und so hätten wir zwei Kapseln buchen müssen.

Unsere Unterkünfte hatten alle Frühstück inklusive, was wirklich gut war und auch für uns als Veganer Optionen bereithielt.

Wir haben darauf geachtet, dass das Hotel eine gute Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel hatte. So war es auch mal völlig okay, nicht im Zentrum zu übernachten.

Pro Nacht haben wir im Durchschnitt 65 Euro für ein Doppelzimmer gezahlt.

Sprache

Die Landessprache Japans ist Japanisch und wir wünschen uns im Nachhinein, ein paar mehr Worte auf Japanisch gewusst zu haben – zumindest die basics. Die Japaner freuen sich nämlich extrem, wenn man mit ein paar Brocken Japanisch um sich wirft.

Wir waren etwas überrascht, denn mit Englisch sind wir selten weit gekommen. Im Hotel war die Verständigung zwar kein Problem, aber schon im Restaurant sind wir manchmal an unsere Grenzen gestoßen. Gerettet hat uns hier der Google Übersetzer. Wir haben uns das japanische Paket heruntergeladen und konnten so ganz einfach ein Foto vom Geschriebenen machen und uns wurde die Übersetzung angezeigt.

An Bahnhöfen und sehr touristischen Orten war alles auch in Englisch ausgewiesen und die Angst, uns nicht zurechtzufinden, war völlig unbegründet.

Geld

Landeswährung ist der Japanische Yen und als wir in Japan waren, entsprach 1 € ca. 150 Yen. Es gibt sowohl Scheine als auch Münzen, sehr viele Münzen. Wir haben uns nach kurzer Zeit ein kleines Geldbeutelchen angeschafft, in dem wir die Münzen aufbewahrt haben. In Japan wirst du wahrscheinlich auch an Automaten bezahlen und hier bekommt man immer Münzen als Wechselgeld, was sich schnell summiert.

Geld haben wir immer bei den Geldautomaten, die zu einem 7/11 gehören, abgehoben. Dort haben wir keine Gebühr bezahlt.

Kartenzahlung ist in Japan nicht unüblich, aber trotzdem raten wir dir dazu, immer genügend Bargeld dabei zu haben. Besonders in kleineren Restaurants bzw. Geschäften ist es oft nicht möglich, mit Karte zu zahlen.

Die App XCurrency ist für uns eine der wichtigsten Apps, um die Währungsumrechnung im Blick zu haben. Da würden wir ansonsten schnell mal durcheinander kommen.

Außerdem ist Trabee Pocket wichtig für uns. In dieser App führen wir all unsere Ausgaben und wissen so, wo unser Erspartes landet. Beide Apps sind auch offline verwendbar.

Essen

Sushi, Ramen, Mochis und noch viele weitere Köstlichkeiten hält Japan bereit. Japan ist auch über seine Landesgrenzen bekannt für hervorragende und qualitativ sehr hochwertige Küche, auf die auch wir uns vorab sehr gefreut hatten.

In Japan wurde diese Vorfreude dann doch etwas gedämpft, denn schnell haben wir feststellen müssen, dass die japanische Küche sehr fleisch- und fischlastig ist. Zudem haben wir gelesen, dass ein gewisser Prozentsatz Fischsoße in einem Produkt auch nicht ausgewiesen werden muss. Letztendlich ist es also fraglich, ob wir uns immer 100 % pflanzlich ernährt haben. Da ein bisschen flexibel sein zu können, gehört wohl auch zum Reisen dazu. In der Akzeptanz dessen üben wir uns noch 🙂

Mit der App HappyCow sind wir aber immer fündig geworden und waren sehr begeistert von den veganen Optionen in Japan. Eine Ramen hatten wir täglich und keine glich der Anderen. Jede war auf eine ganz andere Art und Weise lecker und auch die Zutaten haben jedes Mal variiert. Pro Gericht haben wir durchschnittlich 12 Euro gezahlt.

Trinkwasser oder Tee gibt es umsonst und es war immer völlig okay, wenn wir kein zusätzliches Getränk bestellt haben.

Es ist in Japan nicht üblich Trinkgeld zu geben und bezahlt wird nicht am Tisch, sondern direkt an der Kasse oder vorab an einem Automaten.

Essen in Osaka

Kosten

Japan war eines der teuersten Länder, das wir bisher bereist haben und es war jeden Cent wert.

Hier mal ein kleiner Einblick, was uns die zwei Wochen gekostet haben:

  • Flug: 250 €
  • Unterkünfte: 844 €
  • Essen & Getränke: 475 €
  • Transport: 834 €
  • Sightseeing: 120 €
  • Shopping: 70 €
  • Gesamt: 2593 € für zwei Personen

Und sonst so?

Kostenfreies WLAN gibt es üblicherweise in den Hotels, aber auch in Restaurants, an Bahnhöfen, in den Zügen und an weiteren öffentlichen Orten.

Wir selbst haben uns eine eSim gekauft und für 2 GB 6,50 USD gezahlt. Das hat uns völlig ausgereicht, um hin und wieder etwas nachzuschauen. Wir empfanden diese Möglichkeit als sehr bequem, denn wir konnten direkt ab der Landung die eSim nutzen.

Natürlich kannst du dir auch vor Ort eine Sim Karte kaufen oder einen Wifi Router ausleihen. Diese Router sind sehr klein und du kannst mehrere Geräte damit verbinden. Uns war diese Option allerdings mit knapp 100 € für 14 Tage zu teuer, weswegen wir dazu auch keine weiteren Tipps mit dir teilen können.

In Japan gibt es nur sehr selten Mülleimer und man entsorgt seinen Müll üblicherweise daheim oder im Hotel.

Essen und Trinken während du läufst, ist nicht gern gesehen. Wir haben uns dazu immer etwas abseits gestellt oder lieber direkt vor Ort im Restaurant gegessen, anstatt etwas to-go zu bestellen.

In Japan gibt es noch Raucherzimmer im Hotel, Raucherabteile im Zug und Restaurants, in denen rauchen erlaubt ist. Etwas kurios, wie wir finden. Achte darauf, dass du als Nichtraucher nicht aus Versehen ein Raucherzimmer buchst.

Anstehen ist wohl so etwas wie ein Kulturgut in Japan und gehört zum guten Ton. Auch wir standen des Öfteren Schlange vor Restaurants. Wir warteten allerdings nie richtig lange und meist wurde die Bestellung schon entgegengenommen, während wir noch ohne Sitzplatz waren.

Zur Begrüßung, Verabschiedung oder um Dankbarkeit zu zeigen, verbeugt man sich üblicherweise. Die Verbeugung ist ein Ausdruck von Respekt und jüngere Personen verbeugen sich immer etwas tiefer als ältere Personen.

Im Japanischen existiert zwar ein Wort für ‘nein’, es wird aber vermieden es direkt zu sagen, da es als unhöflich gilt.

Wir hoffen, dir mit diesem Beitrag die Planung deiner Japanreise etwas zu erleichtern und freuen uns über Feedback oder Anregungen. 

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Schön, dass du hier bist! Wir sind Julia & Matthias, wir lieben das Leben und erfüllen uns unseren Traum von Freiheit. Unsere Rucksäcke, eine Kamera und ein Herz voller Abenteuerlust und Neugierde sind stetige Begleiter auf der Reise ins Glück. Kommst du mit?

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