Von Julia & Matthias

Ein Jahr auf Reisen. Momente, Erfahrungen und viel Zeit.

Heute auf den Tag genau vor einem Jahr sind wir gestartet. Abflug ins Abenteuer. Die Abschiedstränen am Flughafen waren schnell getrocknet und wir sind vor Vorfreude fast geplatzt.

Es kommt mir vor, als hätte ich gestern erst das Fazit geschrieben über 6 Monate auf Weltreise. Und ja, es kommt mir auch so vor, als würde die Zeit immer schneller vergehen, je länger wir unterwegs sind. Kann mir das jemand erklären? Du vielleicht?

Hinter uns liegen 12 Monate, 11 Länder und unfassbar viele Momente, die sich in unser Gedächtnis und Herz gebrannt haben.

Hat sich denn überhaupt etwas geändert? Seit Abflug? Seit dem Fazit vor sechs Monaten? Wir werden es dir verraten.

Was wir sicher sagen können ist, dass es ein besonders intensives Jahr war. Wir haben nicht nur entspannt am Strand gelegen, sondern viel Zeit damit verbracht Menschen, ihre Kultur, ihre Werte und auch uns besser kennen zu lernen. Wir sind irgendwie angekommen. Wo? Das wissen wir nicht. Aber wir fühlen uns gut und glücklich. Und darum geht es ja.

Momente für’s Herz

Matthias’ erste Antwort: Mexikanische Tacos. Ist wohl eher ein Geschmacksmoment.

Ein besonderer Moment war der Sonnenaufgang, während wir am Krater des Vulkans Acatenango saßen. Der Aufstieg war hart und Matthias hatte zusätzlich mit Magen-Darm Beschwerden zu kämpfen. Umso glücklicher waren wir, als uns die Natur mit ihrer unfassbaren Schönheit in ihren Bann zog.

Vulkan Fuego während Sonnenuntergang

Mojitos mit Mama in Kolumbien.

Am Grand Canyon stehen. Wir kamen uns so klein vor. Und unsere Probleme noch viel kleiner.

Wir am Grand Canyon South Rim in der USA

Ben & Jerrys Eis. Jeden Tag. (In der USA war es so unfassbar günstig)

Im “Chickenbus” durch Zentralamerika reisen und mit den Einheimischen unsere Spanischkenntnisse aufbessern.

Sich von fijianischer Musik in eine andere Welt entführen lassen.

Teil einer Kava Zeremonie auf den Fidschis zu sein. Irgendwann im Laufe des Abends wurde ich von der “Mama” der Familie zu ihr gebeten. Dann saßen wir zusammen auf ihrem Teppich, unter einer Decke und sie wollte alles wissen. Wissen wie andere Länder sind, wie wir daheim leben & so viel mehr. Am Ende hat sie mir ihre Kette geschenkt.

Lagerfeuer am Strand mit Bier in der Hand und gespannt den Neuseelandgeschichten von Felix & Oli lauschen.

Selfie auf South Sea Island

Mixtape

Egal ob im Flugzeug, während langen Busfahrten, im Auto während eines Roadtrips oder beim Kochen: mit Musik macht’s einfach mehr Spaß. Und zwischen den unzähligen Songs haben es Manche geschafft, dass wir uns dank ihnen an bestimmte Orte zurückversetzt fühlen.

“Baby One More Time” von Britney Spears aber von Ed Sheeran gesungen. Im Auto MUSSTE ich hier einfach laut mitsingen. Ganz nach dem Motto: Je schräger, desto lauter. Matthias hat eigentlich bei jeder Autofahrt darauf gewartet – der Arme.

“Desert Night” – RÜFÜS DU SOL. Da saßen wir also in Cali, Kolumbien, haben eine leckere Pizza gegessen, dem Regen gelauscht und dann lief dieses Lied. An den Moment erinnere ich mich so intensiv, obwohl es nur eine Pizza während eines lauen Sommerregens war. (Der Geruch von Pizza & Regen ist fantastisch!)

“Smile” -Apollo Theo, ADN. Weil Lächeln noch niemanden umgebracht hat.

“Alles ist jetzt” – Bosse. Ohne Worte – einfach anhören!

“Black Rainbows” – Mat McHugh. Auf Knopfdruck gute Laune? Hier Bitteschön.

“Téquila Limonada” – Netsky.

“Welt der Wunder” – Marteria. Als wir am Grand Canyon standen und wieder einmal nicht begreifen konnten, wie wunderschön unsere Erde einfach ist, kam mir direkt der Songtext in den Sinn.

“Mi Gente” – J. Balvin. Stellvertretend für all den Reggaeton, mit dem wir nonstop sechs Monate lang beschallt wurden. Wer bekommt Lust zu tanzen?

“California” – Phantom Planet. Gut, offensichtlicher geht es nun wirklich nicht. Ganz laut aufgedreht  während wir auf dem Highway 1 unterwegs waren.

Hier gibt’s unser Weltreise Mixtape auf Spotify!

Momente, bei denen uns das Herz in die Hose gerutscht ist.

Natürlich  hat nicht immer die Sonne geschienen und wir hatten auch nicht immer gute Laune. Es gab auch Situationen, die uns Angst gemacht haben oder wir einfach nicht wussten, wie es weitergehen soll.

Als wir zum Beispiel mitten im kolumbianischen Dschungel ein Loch im Tank hatten, sind meine Gedanken durchgedreht und haben sich die schlimmsten Horrorszenarien ausgemalt. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass das Gebiet noch immer als unsicher gilt und Guerillagruppen hier noch aktiv sind.

Als Matthias in Nicaragua die Cap vom Kopf geklaut wurde.

Turbulenzen im Flugzeug. Matthias ist total entspannt, während ich zusammengekauert neben ihm sitze und meine Hand immer fester in seinen Oberschenkel kralle.

Julia am Flughafen in Miami

Ein Erdbeben in Mexiko.

Unser Auto hat uns im letzten Monat besonders Bauchschmerzen bereitet. Erst ein teurer Service, dann noch teurere Reparaturen und eine Woche später ein Motorschaden. Fazit: Wirtschaftlicher Totalschaden. Wir haben dadurch € 4300,00 verloren und dürfen nicht darüber nachdenken, wieviele Reisetage das gewesen wären. Das wird noch eine Weile weh tun aber wir müssen einen Schlussstrich darunter ziehen.

Bester Kaffee?

Kolumbien! Und um noch genauer zu werden: Finka “El Ocaso” in Salento.

Leckerste Snacks?

Patacones (frittierte Bananenscheiben)

Tacos

Grenadilla (kolumbianische Frucht)

Pupusas (Tortilla mit eingebackener Füllung)

Umgedacht.

Die Reise hat unseren Sinn für Bewusstsein und Nachhaltigkeit geschärft. Wir waren vor allem in Zentralamerika so geschockt von dem Müll. Überall.

Während den Busfahrten wurde hier jeglicher Müll einfach aus dem Fenster geworfen. Müll war immer da und das im Überfluss. Ob es irgendjemanden interessiert hat? Leider nein. Ist es fehlendes Interesse, ein zu geringes Maß an Bildung oder tatsächlich Ignoranz? Wie auch immer – es hat uns traurig und nachdenklich gestimmt.

Wir verzichten auf Plastiktüten und haben stattdessen immer unseren eigenen Beutel dabei. Außerdem achten wir darauf, möglichst Verpackungsfrei einzukaufen – das geht auf Märkten besonders gut.

Unsere Trinkflasche und unseren eigenen Kaffeebecher haben wir auch immer dabei. To-Go Becher sind so out!

Das sind alles wirklich Kleinigkeiten aber irgendwo fängt ja jeder einmal an.

Neues Kapitel: Australien & die Farmarbeit

Seit Juli sind wir nun in Australien und seitdem hat sich unser Reisealltag verändert. Wir haben hier ein Visum, das uns erlaubt auch hier zu arbeiten und somit ein bisschen die Reisekasse zu füllen.

Wir haben uns also ein Auto gekauft und bereits auf zwei Farmen gearbeitet. Die Reiseroutine haben wir gegen 12-stündige Arbeitstage eingetauscht, die uns körperlich extrem gefordert haben. Wir haben die Kühe von der Weide geholt und anschließend gemolken. Und das zwei bis dreimal am Tag.

Julia mit den Kühen auf der Farm

Die Farmarbeit und das Drumherum hat uns sehr beschäftigt. Natürlich wussten wir, woher unsere Milch kommt. Es ist jedoch noch einmal etwas völlig anderes dieses “Business” so hautnah mitzubekommen. Mitzubekommen wie schlecht die Kühe tatsächlich behandelt werden, wie sie nonstop schwanger sind und wie kraftlos sie wirken. Hier gibt es übrigens einen extra Beitrag zu diesem Thema.

Schlaflose Nächte, einige Bücher und Dokumentationen später entschlossen wir uns  jegliche tierische Produkte aus unseren Leben zu streichen. Angefangen beim Essen bis hin zur Kosmetik. Momentan sind wir noch mittendrin in diesem Prozess und immer wieder überrascht, wie einfach es doch ist, vegan zu leben und wieviele tolle Alternativen es gibt.

Ich glaube auch, dass sich der Mensch immer weiterentwickelt. Warum sollten wir also stehen bleiben und nicht auch mal unser Konsumverhalten überdenken? Nur weil etwas schon immer so war und uns bereits von klein an so antrainiert wurde, heißt es nicht, dass es so bleiben muss bzw. richtig ist.

Die Farmarbeit hatte für uns also neben der ganzen Grausamkeit auch etwas Gutes: Uns wurden die Augen geöffnet. Brutal und schmerzhaft dafür aber sehr wirksam. Wir haben viel nach- und auch umgedacht.

Wir sind dankbar für diese Erfahrung. Daheim hätten wir uns wohl nie so intensiv mit dem Thema beschäftigt. Wir hätten unsere Zeit anders gefüllt und es wäre soviel einfacher gewesen, wegsehen zu können.

Australien – Top oder Flop?

Wir müssen ehrlich zugeben, dass uns Australien seit der Ankunft nicht gereizt hat. Wir hatten irgendwie wenig Lust, das Land zu erkunden und wären am liebsten zurück nach Südamerika geflogen. Obwohl wir uns zu jedem Zeitpunkt auf Australien gefreut haben, haben wir hier plötzlich das Exotische vermisst. Wieso, weshalb, warum wissen wir nicht. Vielleicht ein Kulturschock?

Oft fühlen wir uns überfordert von dem Überangebot an jeder Ecke. Gerade weil wir in den Monaten zuvor gelernt haben, mit sehr wenig auszukommen. Überraschenderweise hat sich genau das gut und auch befreiend angefühlt.

Unser Plan war mit dem Auto Australien zu bereisen. Jetzt da wir kein Auto mehr haben, mussten wir einen Plan B auskramen.

Wir haben unsere erste helpx– Erfahrung in Perth gesammelt. Zwei Stunden Arbeit gegen kostenfreies Wohnen lautete der Deal. Wir haben bei einem Ehepaar gewohnt und in Garten und im Haushalt geholfen. Unsere Gastgeber haben vor Jahren die Welt mit Fahrrädern bereist und  hatten die eine oder andere spannende Geschichte zu erzählen. Da die beiden dem Buddhismus angehören, haben wir auch darüber viel erfahren und gelernt. Außerdem können wir jetzt Mango Sticky Rice & leckeren Papayasalat (Som Tam) zubereiten.

Gerade haben wir mal wieder Besuch und das tut sehr sehr gut – vor allem nach den nervenaufreibenden Wochen, die hinter uns liegen. Wir haben uns einen Camper gemietet und werden ein bisschen die Westküste Australiens erkunden. Urlaub vom Urlaub sozusagen.

Wie lange werden wir in Australien bleiben?

Wir werden wohl nicht so lang bleiben, wie ursprünglich gedacht. Wir möchten im neuen Jahr gern nochmal für 2 bis 4 Monate arbeiten und dann weiterreisen. Soweit unsere Wunschvorstellung. Leider reizt uns Australien landschaftlich bisher nicht wahnsinnig. Wir sind einfach extrem verwöhnt von den Ländern, in denen wir zuvor waren.

Außerdem merken wir, dass es selten die Landschaft ist, die ein Land besonders macht. Es sind immer die Begegnungen, die uns in Erinnerung bleiben und die ein Land dann automatisch aufwerten.

Und nach Australien?

Gern würden wir einen Abstecher nach Neuseeland machen, wissen allerdings noch nicht wie sich das verwirklichen lassen könnte.

Unsere Geburtstage möchten wir auf den Philippinen verbringen und wer weiß, vielleicht schenken wir uns einen Tauchkurs.

Alles weitere wird sich zum richtigen Zeitpunkt ergeben, denn wenn wir eins gelernt haben, ist es, uns überraschen zu lassen und Situationen so anzunehmen, wie sie sind. Es wird nämlich alles wider gut!


Der Blog ist für uns nach wie vor ein gutes Mittel, um die Eindrücke zu verarbeiten und euch daran teilhaben zu lassen. Je mehr wir erleben, desto wichtiger ist es für uns, das Erlebte in Worten festzuhalten und zu konservieren.

Zum Abschluss gibt’s Bilder, die es sonst nicht in den Beiträgen zu sehen gibt…

Matthias fotografiert den Sonnenuntergang in San Cristobal in Mexiko Chillen in der AirBnB Wohnung in Sydney Wir an der Golden Gate Brigde Julia am Walk of Fame mit dem Stern von Britney Julia und Felix in Sydney Matthias und sein Röntgenbild Wir in Las Vegas Wiedersehen am Flughafen Julia in der Wäscherei in Melbourne Campen auf dem Parkplatz der Autowerkstatt Wir auf dem dem Boot auf den Fidschis Wir in einem Kaffee in Fremantle

Schön, dass du hier bist! Wir sind Julia & Matthias, wir lieben das Leben und erfüllen uns unseren Traum von Freiheit. Unsere Rucksäcke, eine Kamera und ein Herz voller Abenteuerlust und Neugierde sind stetige Begleiter auf der Reise ins Glück. Kommst du mit?

Ein Kommentar zu “Ein Jahr auf Reisen. Momente, Erfahrungen und viel Zeit.

  • Antworten Anna 12. Dezember 2018 um 14:11

    Unser Fazit : wir vermissen euch sehr 😢 wünschen euch aber noch viel Spaß und Freude beim Reisen. Hoffen aber sehr, dass ihr bald wieder kommt!

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